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NEST – Nürnberger Elternbüro Schulerfolg und Teilhabe: Wie Elternlotsinnen und –lotsen im Schulalltag unterstützen

Beitrag vom 26. Mai. 2023

Der Bedarf an Unterstützung für Familien im Schulbereich ist vorhanden. In der Stadt Nürnberg bestehen zahlreiche Angebote. Speziell für Familien mit Migrationsgeschichte und ihre schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen gibt es bereits seit 2009 das Nürnberger Elternbüro Schulerfolg und Teilhabe (NEST). Verfolgt wird dabei ein Peer-to-Peer-Ansatz: Ehrenamtliche Elternlotsinnen und Elternlotsen mit eigener Migrationsgeschichte helfen den ratsuchenden Eltern und Erziehungsberechtigten bei allen Fragen rund um die Schule. Sie geben Informationen zum Schulsystem in Bayern, unterstützen bei Eltern–Lehrkräfte- und Lernentwicklungsgesprächen sowie bei Elternabenden. Auch begleiten sie Familien bei Schulanmeldungen und Schulamtsterminen. Sie führen Elterncafés und NEST-Sprechstunden an Partnerschulen durch. Zu den Partnerschulen zählen überwiegend Grundschulen und Mittelschulen, aber auch andere Schularten – Förderzentrum, Realschule, Gymnasium und Berufsschule. Die Beratung und Begleitung der Elternlots/-innen kann in Deutsch oder in den Familiensprachen erfolgen.

Inhaltlich geht es unter anderem um Fragen zum bayerischen Schulsystem, Lernförderung im Rahmen des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT), Unterstützungsmöglichkeiten beim Vorliegen eines sonderpädagogischen Förderbedarfs, spezielle Schulangebote bei mangelnden Deutschkenntnissen oder um Missverständnisse in der Kommunikation mit Lehrkräften. Gegebenenfalls wird an Beratungslehrkräfte, die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) oder Fachberatungsstellen verwiesen.

Für die Koordination, Planung, inhaltliche Gestaltung und die Kontakte zu den Schulen und anderen Einrichtungen sind Alina Frei und Magdalena Musial als pädagogische Mitarbeiterinnen zuständig. Angesiedelt ist das Elternbüro als regulärer Arbeitsbereich am städtischen Institut für Pädagogik und Schulpsychologie Nürnberg (IPSN).

Um ein hohes Maß an Unterstützungsqualität zu gewährleisten, organisieren sie die Erstqualifizierungen und regelmäßige Fortbildungen der Elternlotsinnen und -lotsen. Diese thematischen Fortbildungen werden in Kooperation mit staatlichen, privaten und anderen kommunalen Einrichtungen angeboten. Auch nahmen einige Elternlotsinnen und -lotsen an der Ausbildung zum „Digi-Coach“ im Projekt „Digital Immigrants“ von Bildungsbüro und Medienzentrum Parabol teil und qualifizierten sich so im Bereich der digitalen Grundbildung.

Der hohe Bedarf an Unterstützung im Schulbereich zeigt sich an den rund 1.500 Einsätzen der Elternlotsinnen und Elternlotsen im Schuljahr 2021/22. Diese wurden von 33 ehrenamtlich tätigen Personen in insgesamt 30 Sprachen an 34 Partnerschulen und an anderen Schulen in Nürnberg durchgeführt. Im gleichen Schuljahr bearbeiteten die NEST-Koordinatorinnen knapp 350 Anfragen von Eltern, Schulen und anderen Einzelpersonen oder Einrichtungen. Mit über 200 Anfragen kommen die meisten aus den Schulen, beispielsweise von Lehrkräften, Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Schulpsychologinnen und Schulpsychologen oder auch Schulleitungen. Im aktuellen Schuljahr 2022/23 hat sich die Anzahl der aktiven Elternlotsinnen und Elternlotsen auf 50 erhöht.

Im BildungsDate des Bildungsbüros am 26. April 2023 berichteten die beiden NEST-Koordinatorinnen Alina Frei und Magdalena Musial von den Herausforderungen, denen sich das Programm stellen muss. Beispielsweise der erschwerten Kommunikation mit den Elternhäusern während der pandemiebedingten Schulschließung. Oder wie der Lehrkräftemangel an den Schulen dazu führt, dass die Elternarbeit teilweise eine abnehmende Rolle spielt und NEST häufig erst um Hilfe gebeten wird, wenn sich problematische Situationen bereits verfestigt haben. Die Elternlotsinnen Olha Kobzar und Aynur Kurhan gaben einen konkreten Einblick in ihre Arbeit und wie sich Konflikte durch ihren Einsatz auflösen. So ließen sich Missverständnisse zwischen Lehrkräften und Elternhäusern bereits relativ einfach klären durch das Aufzeigen von Unterschieden zwischen dem Schulsystem des Herkunftslands mancher Eltern und dem bayerischen Schulsystem. Auch zeigt sich immer wieder, dass durch den Peer-Ansatz eine Kommunikation auf Augenhöhe mit den Familien stattfindet, die die Erreichbarkeit durch andere Unterstützungsangebote, wie etwa der Schulpsychologie, deutlich erhöht.

Titelbild: © NEST – IPSN.

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