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Die Ausleihe von E-Books, Hörbüchern & Co wird immer beliebter – Mehr Veranstaltungen online

Beitrag vom 23. Jul 2020

An 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr verfügbar, mit wenig Kosten- und Zeitaufwand auf das mobile Endgerät übertragbar und bequem erhältlich – die Ausleihe von virtuellen Medien in der Nürnberger Stadtbibliothek boomt. Neben dem wohl bekanntesten Online-Portal, der Onleihe, umfasst das digitale Angebot ebenso Musikstreaming-Plattformen, einen Online-Pressedienst sowie vielfältige Wissensdatenbanken. Medien wie Hörbücher, eBooks oder Zeitschriften als ePaper können dort kontaktlos ausgeliehen oder gestreamt werden, notwendig ist lediglich ein Bibliotheksausweis. Während die meisten Kultureinrichtungen in Nürnberg ihren Betrieb in den letzten Wochen und Monaten aufgrund der Covid 19-Pandemie mehr oder weniger einstellen mussten, war das Ausleihen von Medien in der Stadtbibliothek per Onleihe nach wie vor möglich.

In den Monaten März bis Mai wurden in der Onleihe durchschnittlich 24.567 Medien entliehen, in den drei Vormonaten 19.062, was einer Steigerung um rund 29 Prozent entspricht. Im Mai wurden so viele Medien per Onleihe entliehen wie noch nie (insgesamt 26.194 Entleihungen), was insofern bemerkenswert ist, da seit dem 19. Mai die Bibliotheken wieder geöffnet waren. Ab Juni wurden die Bibliotheken wieder verstärkt auch analog genutzt, weshalb die Ausleihzahlen im analogen wie digitalen Bereich wieder mehr den Zahlen des Regelbetriebs entsprachen.

E-Books und Hörbücher erfreuen sich großer Beliebtheit

Und was ist bei der Onleihe besonders beliebt? Die Nachfrage nach E-Books ist nach wie vor sehr hoch (siehe Abbildung). Außerdem haben die Entleihzahlen bei Hörbüchern im Verhältnis zu E-Books etwas stärker zugelegt — ein Trend, der bereits vor der Corona-Pandemie zu beobachten war, da Hörbücher komfortabel über die Onleihe-App genutzt werden können, so die Stadtbibliothek. Auch die Lizenzen von überregionalen Tageszeitungen wurden aufgrund der hohen Nachfrage erweitert.

Entleihungen elektronisch abrufbarer Medien in der Stadtbibliothek Nürnberg, Januar bis Juni 2020

Quelle: Stadtbibliothek Nürnberg; eigene Darstellung.

Das komfortable Entleihen von Medien über die Onleihe ist schon seit Jahren beliebt bei den Kundinnen und Kunden der Stadtbibliothek. Wie im Nürnberger Bildungsbericht 2019 (Kapitel H „Non-formale Bildung“, S. 250) berichtet, hat sich die Anzahl der Entleihungen der elektronisch lesbaren Medien allein zwischen 2014 und 2018 mehr als verdoppelt.

Durch die Einschränkungen der Corona-Pandemie wurde nicht nur die Onleihe verstärkt genutzt, auch Veranstaltungen wurden kurzfristig in den digitalen Raum verlegt, wie zum Beispiel Lesungen der Reihe „WortWeltKinder“ mit den Kinderbuchautoren Fabian Lenk und Alice Panthermüller, die nun auf dem YouTube-Kanal des Bildungscampus abrufbar sind.

Auch die abgesagten Aktionstage „Queer“, die ein Zeichen für ein faires Miteinander setzen sollten, wurden zur Online-Aktion „Queer“. Die Stadtbibliothek stellte hier Interviews der „Lebenden Bibliothek“ online, bei der man statt eines normalen Buchs einen Menschen für ein Gespräch „leiht“ und so dessen Geschichte kennenlernt. Queere Menschen waren hier die Lebenden Bücher.

Digitale Angebote beziehungsweise Online-Angebote werden analoge Angebote nicht dauerhaft ersetzen, sondern weiterhin einen eher ergänzenden Charakter haben, so die Stadtbibliothek Nürnberg. Gerade die persönliche Begegnung mit den Kulturschaffenden, wie beispielsweise mit Autorinnen und Autoren im Rahmen von Leseförderaktivitäten, sei gerade für Kinder von zentraler Bedeutung.

Die Stadtbibliothek experimentiert schon länger mit neuen digitalen Formaten oder ergänzenden Angeboten zu Präsenzveranstaltungen. Durch die Corona-Pandemie wurde die Entwicklung nun beschleunigt, was sich insbesondere bei der Planung des diesjährigen Bibliotheksjubiläums zeigt. Am 30. Dezember 2020 wird die Stadtbibliothek 650 Jahre alt und feiert dies mit einem Festakt und zahlreichen Veranstaltungen. Die Planungen mussten aufgrund der sich immer wieder verändernden Hygienevorschriften mehrfach angepasst werden und enthalten nun viel mehr digitale Elemente als ursprünglich angedacht.  Nähere Informationen zum geplanten Programm sind ab September auf der Website der Stadtbibliothek nachzulesen. 

Wegen der hohen Nachfrage arbeitet die Stadtbibliothek momentan daran, Einzelarbeitsplätze wieder zugänglich zu machen, um einer der zentralen Funktionen der Bibliothek als Lernort mit hoher Aufenthaltsqualität (z.B. kostenloser W-LAN-Zugang) Rechnung zu tragen. Auch die Nutzung der Gruppenarbeitsräume, der Musiklounge oder von Konsolen soll schrittweise wieder ermöglicht werden, um der Stadtbibliothek als niedrigschwellig zugänglicher Treffpunkt, Lern- und Erfahrungsraum in Nürnberg gerecht zu werden.


Weitere Informationen zum Besuch der Stadtbibliothek sind unter www.stadtbibliothek.nuernberg.de oder telefonisch unter 09 11/2 31-74 11 erhältlich.

Titelfoto: © Robert Hackner

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