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Citizen-Science-Studie zu kulturellen Angeboten in Nürnberg

Beitrag vom 28. Jan.. 2026

Von Mai bis Oktober 2025 widmeten sich die 19 Citizen Scientists der vierten Forschungsgruppe im Projekt „Nürnberg forscht“ der Frage: „Wie werden kulturelle Angebote in Nürnberg von Menschen wahrgenommen?“ Im Fokus standen das Kulturverständnis, Informationswege, besuchte Veranstaltungen und Orte sowie Hindernisse und Wünsche in Bezug auf kulturelle Teilhabe. Die Citizen-Science-Studie ist nicht repräsentativ, liefert aber exemplarische Einblicke in Wahrnehmungen und Bedarfe.

So wurde geforscht

In einem partizipativen Prozess entschied sich die Gruppe – auch vor dem Hintergrund begrenzter zeitlicher Ressourcen – für eine quantitative Online-Befragung mit dem Tool Mentimeter. Dieses bietet einen niedrigschwelligen Zugang sowie eine einfache Einbindung in unterschiedliche Kommunikationskontexte.

Die Befragung lief vom 9. Juli bis 15. September 2025. Die Stichprobe umfasste 267 Personen (selektiv, nicht repräsentativ). Verbreitet wurde die Umfrage über die Communitys und persönlichen Kontakte der Mitforschenden sowie durch Ansprache auf Nürnberger Kulturveranstaltungen (Bardentreffen, Klassik Open Air, Brückenfestival). Die Auswertung erfolgte deskriptiv, offene Antworten wurden über qualitative Kategorienbildung ausgewertet.

Was die Studie zeigt

Die Befragten verbinden „Kultur“ überwiegend mit einem breiten Verständnis und nennen dabei häufig Aspekte wie Gemeinschaft, Austausch, Vielfalt und Erlebnis. Wenn es um Informationen zu Kulturangeboten geht, gaben Viele an, vor allem soziale Medien sowie persönliche Netzwerke zu nutzen. Klassische Medien werden insbesondere von älteren Befragten häufiger genannt. In offenen Rückmeldungen äußern einzelne Personen zudem Kritik an der Nutzungsfreundlichkeit von Informationsangeboten.

Bei den besuchten Kulturangeboten nennen die Befragten unterschiedliche Formate. Besonders häufig werden niedrigschwellige Veranstaltungen angegeben. Im Sommerzeitraum der Erhebung spielen Konzerte und Livemusik für viele Befragte eine zentrale Rolle. Als wichtigste Hürden werden Zeitmangel, fehlende Informationen und Kosten, ergänzt durch Hinweise auf Einschränkungen durch die persönliche Lebenssituation genannt. Entsprechend wünschen sich die Befragten vor allem günstigere Eintrittspreise, gezieltere und längerfristige Information/Werbung, mehr Vielfalt und mehr Angebote im Stadtteil. Außerdem werden mehr Familien-/Kinderangebote, Barrierefreiheit, Angebote für Jugendliche sowie eine Stärkung interkultureller Formate und eine sichtbarere Repräsentation der Vielfalt der Stadtgesellschaft betont.

Impulse für die Praxis

Aus den Ergebnissen lassen sich mehrere Impulse ableiten, die in die Weiterentwicklung der kulturellen Landschaft Nürnbergs einfließen könnten. Dazu gehört, die gesellschaftliche Vielfalt in Programmen noch sichtbarer zu machen und unterschiedliche kulturelle Ausdrucksformen weiter zu stärken. Ebenso erscheint es sinnvoll, familienfreundliche, jugendgerechte und zielgruppenspezifische Formate sowie Kulturangebote im direkten Wohnumfeld weiter auszubauen, um Teilhabechancen zu erhöhen. Darüber hinaus unterstreichen die Ergebnisse die Relevanz, offene und barrierefreie Räume, die soziale und kulturelle Teilhabe erleichtern, langfristig zu sichern und weiterzuentwickeln. Schließlich ist die Verbesserung der Informationszugänge über unterschiedliche, nutzungsfreundliche Kanäle hinweg ein zentrales Handlungsfeld.

 

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier:

Projektseite „Nürnberg forscht“

Ergebnisbericht

 

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